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Ankauf einer schönen Pochette

Pochette, Mirecourt, 2. Hälfte 19. Jh., anonym, Kat. 5924
 


Die Pochette wurde vermutlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im französischen Mirecourt bei Paris gefertigt, der Instrumentenbauer ist anonym. Ihre Besonderheit: Griffbrett und Saitenhalter sind mit einem ausgesprochen schönen Schildpatt-Imitat belegt.

Die Restauratoren des Museums werden in den kommenden Monaten, falls nötig mit Hilfe des Rathgen Forschungslabors, die Zusammensetzung des Materials genauer bestimmen und daraus möglicherweise weitere Schlussfolgerungen über die Geschichte des Instruments ziehen können.

Im Bestand des Musikinstrumenten-Museums befinden sich mehrere Taschengeigen oder Pochetten unterschiedlicher Form aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert. Diese kleinen Geigen waren so leicht und schmal, dass sie ohne Schwierigkeiten in einer Rocktasche Platz fanden. Daher der Name, abgeleitet von französisch "poche" (Tasche). Die Pochette, auch Tanzmeistergeige genannt, war bis ins 19. Jahrhundert hinein das Unterrichtsinstrument des maitre de danse. Während der Tanzmeister seinen Schülern die notwendigen Schritte vorführte, konnte er auf der Pochette Melodie und Rhythmus angeben.

In den Führungen des Museums werden Exemplare dieser seltenen Instrumente regelmäßig angespielt.